Worte aus dem Feld
Heimkehr des Diamanten Erde
Es sieht die Bewegung eines Ausgleichs,
es zieht wie ein Faden, der balanciert
und auszugleichen versucht.
Nein, kein Versuch — bewusste Bewegung.
Wie auf einem Instrument — es klingt.
Heller, heller — Veredelung.
Das Instrument, es wird gestimmt.
Engel halten den Faden,
links und rechts, in Heerscharen.
Nun sieht es — die Erde ist’s,
die an dem Faden hängt,
wie ein Gewicht,
wie auf einem Drahtseilakt.
Der Faden, tief er hängt.
Die Erzengel sind’s,
links und rechts —
sie führen das Gefährt,
könnten auch Zügel sein,
die geführt werden. Ganz fein.
Veredelung, Veredelung — es spricht.
Es geht um den letzten Schliff.
Schwingend, klingend,
ein Ton heller als das Licht.
Ein Diamant geschliffen wird.
Ja — die Erde ist’s.
Die Erde selbst ist Diamant.
Im All, im Planetensystem,
überall es klingt.
Die Hallen, erfüllt sie sind
vom Klang, der heimführt,
zurück ins Herz des Kosmos.
Sterne begleiten die Sinfonie.
Die Erde — heilig, heilig ist sie.
Alles wird getan,
alle stimmen ein.
Die Erde — die Erde —
nun geht sie heim.
Ein Engel, größer als das All,
wacht darüber.
Trompetenschall —
ein heiliges Instrument, das spielt.
Der Ton, so hell,
ist nicht zu hören.
Der letzte Schliff,
der letzte Glanz —
dann ist es ganz. Vollbracht.
Ein Tanz es war,
ein Drahtseilakt.
Freude. Lachen.
Gesang liegt in der Luft.
Durchdringt das All,
die Sterne.
Die Himmelschöre singen,
unzählbar in Scharen.
Sie begleiten das Spektakel,
aufgeregt — aufgeregt sie sind.
Es vibriert.
Das Herz geht auf.
Es geht nach Haus,
es geht nach Haus.
Wie ein Publikum, das sich erhebt,
kurz bevor der Vorhang fällt.
Applaus, Applaus —
alles schwingt.
Fein, feiner,
höher, höher wird der Klang,
bis dieser nicht mehr zu halten ist.
Verschwindet.
Stille IST.
Ehrfurcht. Dank.
Tief geht’s in die Knie.
Gott hat entschieden.
Die Erde —
für immer geliebt ist sie.
Nachbetrachtung
Es spricht von der Erde als von einem Wesen, das in den letzten Zügen seiner Veredelung steht. Die Bilder des Fadens, des Drahtseilakts, des Instruments, das gestimmt wird, zeigen den feinen Prozess des Ausgleichs zwischen Licht und Materie. Es ist kein Kampf, kein Ringen mehr, sondern bewusste Bewegung. Die Engel halten den Raum, sie führen, sie stimmen das Feld.
Im Gesang des Textes offenbart sich die Erkenntnis: die Erde selbst ist ein Diamant. Ihr Schliff, ihr Glanz entstehen durch Erfahrung, durch Wandlung, durch die Hingabe an das Licht. Was hier gesehen wird, ist nicht nur ein Bild des Kosmos, sondern ein inneres Geschehen – die Heimkehr der Erde in ihre ursprüngliche Lichtnatur.
Das Ende, das in Stille übergeht, ist kein Verstummen, sondern die vollkommene Ruhe nach der großen Schwingung. Der Klang hat alles durchdrungen, alles erhoben. Dann kehrt alles zurück in den Ursprung, in das reine Sein. Die Erde steht in diesem Moment als leuchtendes Bewusstsein im Herzen des Kosmos. Ein Akt der Vollendung, getragen von Liebe, begleitet von himmlischem Klang.
Heimkehr des Diamanten Erde – das ist die Erinnerung daran, dass selbst Materie Licht ist, und dass jedes Werden zuletzt in das Eine zurückfällt: in Gott, der liebt, was Er erschaffen hat.