Zyklus I -
Urfeld & Klang
Der Ursprung, aus dem Klang, Atem und Schöpfung erwachen
Zyklus I führt in das Urfeld der indischen Mythologie: dorthin, wo noch keine Form getrennt ist und dennoch alles bereits als Möglichkeit ruht.
Brahman, OM, Nada, Shakti und Purusha zeigen die erste Bewegung des Bewusstseins: aus stiller Gegenwart wird Klang, aus Klang wird Schwingung, aus Schwingung entsteht Welt.
Dieser Zyklus öffnet den Raum vor den Göttern – den Ursprung, aus dem alle weiteren Kräfte, Bilder und Geschichten hervorgehen.
Brahman – Das Feld vor der Schöpfung
Brahman ist das ungeteilte Feld vor jeder Form.
Hier ruht alles noch still: Licht, Klang, Raum und Möglichkeit.
OM – Der Urton
OM ist die erste Welle im Feld.
Aus der Stille wird Schwingung, aus Schwingung beginnt Welt.
Nada – Klang als Ursprung
Nada ist der verborgene Klang unter allem Hörbaren.
Er erinnert daran, dass das Feld immer schwingt, auch in der Stille.
Shakti – Bewegte Urkraft
Shakti ist die Kraft, die Bewusstsein in Bewegung bringt.
Sie trägt den Strom, aus dem Form, Leben und Dynamik entstehen.
Purusha – Reines Bewusstsein
Purusha ist der stille Zeuge hinter aller Bewegung.
Er bleibt unbewegt, während das Feld sich entfaltet.
Maya – Schleier der Verdichtung
Maya ist die Kraft der Erscheinung.
Sie macht Einheit sichtbar als Vielfalt, Form, Rolle und Welt.
Lila – Kosmisches Spiel
Lila ist das göttliche Spiel der Schöpfung.
Bewusstsein erlebt sich selbst durch Form, Bewegung und Geschichte.
Prana – Lebensatem
Prana ist der Lebensstrom in allen Formen.
Er durchfließt Körper, Atem, Zelle und Feld als lebendige Bewegung.
Kosmischer Rhythmus
Der kosmische Atem ist der große Rhythmus der Schöpfung.
Ausdehnung und Rückzug, Werden und Vergehen, 0 → 3 → 6 → 9 → 0.
Das 0-Prinzip im indischen Denken
Das 0-Prinzip ist die stille Mitte ohne Gegenüber.
Alles kreist um diesen Punkt, doch der Ursprung selbst bleibt unbewegt.