Aus gehen wird Sein

Aus Gehen wird Sein

Ich bin daheim.
Still ist mein Sein.
Ist tief.
Ist rein.
Fühlbar.

Ich bin allein.
Auf dem Weg nach Hause
windet sich der Pfad.
Ich gehe ihn entlang.

Kein Blick über die Schulter –
nach hinten geht es nicht.
Warum auch?
Was vergangen ist,
liegt hinter mir.
Fällt ab, fällt ab,
Schritt für Schritt.

Ich bin hier.

Von oben sehe ich mich,
wie ich gehe
entlang des Lichts.

Schon immer war es dieser Faden,
der mich zog
ins Unsichtbare.
Zunächst ohne Erinnerung,
die bewusst im Raume stand.



 

Nun sehe ich sie –
sie ist wieder da.

Der reine Weg
steht offen.

Aus Gehen wird Schwingen.
Kein Ringen mehr,
wie es früher war.



 

Ein Tanzen,
ein Singen,
ein Klingen.
Ach, wie wahr.

Gottes Strahlung
in mir
zieht mich nach Haus.

Heimkehr, Heimkehr
nimmt ihren Lauf.

Gottes Haus ruft.
Hier bin ich.
ICH BIN da.

Das Herz schlägt aus.
Dankbarkeit,
Sehnsucht
weiten sich aus.

Nun bin ich da –
für immer
und ewiglich.

Kein Weg mehr:
reines Sein
spricht.

Oben ist unten –
ich stehe
im Licht.


 

 


 

Nachbetrachtung

Das Wortbild wirkt wie ein Übergangsritus: Ein altes Kapitel fällt ab, das Neue wird nicht geboren, sondern sichtbar. Die Heimkehr ist kein Zurückkehren, sondern ein vollständiges Erwachen in einen Raum der Zeitlosigkeit.

Der Blick von oben auf das eigene Gehen deutet auf einen Bewusstseinswechsel hin – ein Einssein mit dem Licht, in dem der Weg selbst zur Offenbarung wird.

In der Nachbetrachtung zeigt sich ein Mensch, der nicht mehr sucht, sondern angekommen ist. Das Sein wird zum Ausdruck Gottes, und das Licht spricht durch die Stille hindurch.

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