Der Weg aus dem Gefängnis

Die bitteren Enden lehren uns das Akzeptieren dessen, was ist. Ohne Reue zu sein, ohne Groll, ohne Vorwürfe und feindselige Haltung, ohne das Bedürfnis, noch um etwas zu kämpfen. Frieden kehrt ein, denn es ist, wie es ist. Und was war, einfach eine weitere Erfahrung unseres Lebens.

Die bitteren Enden sind ein Vorbote kommender Süße. Je bewußter wir wahrnehmen und annehmen, was uns nicht schmeckt, umso tiefer und intensiver ist auch das Erleben des Schönen, der Freude, des Genusses.

Heißen wir das Leben in seiner vollen Bandbreite willkommen - als stetigen Fluß, der so viel in Hülle und Fülle in sich trägt, dann können wir sicher sein, daß nichts so bleibt, wie es war. Das Unangenehme genauso vorbeigeht, wie das Angenehme. Wir im ständigen Wechsel des Empfangens und Loslassens uns in unserer wahren Lebendigkeit und Vielfalt erleben. Auch noch die kleinsten Facetten unseres einzigartigen Seins zum Vorschein kommen. Und wir am Ende so reich beschenkt sind, wie wir es uns kaum vorstellen können.

Das ist das wirkliche Leben! Das ist, was geschieht, wenn wir aufhören, uns zu widersetzen, zu blockieren, festzuhalten und alles zu zerdenken, bis uns die Welt staubtrocken und langweilig oder gefährlich und unberechenbar erscheint. Dabei ist die Welt wundervoll – also voller Wunder – genau wie wir. Sobald wir uns dafür öffnen.


 

Frija Birkenherz, 29.7.2025

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