Eine Geschichte
Vor Urzeiten, als die schönsten, kostbarsten und zauberhaftesten Wünsche und Träume als Samen entstanden, formten sich auch die Seelen aus dem namenlosen All-Einen, der göttlichen Quelle, in einem Akt höchster schöpferischer Freude. Diese Seelen waren bestimmt, waren dazu auserkoren, mit diesen Wünschen und Träumen zu spielen, sich welche aus dem riesigen Fundus zu erwählen, sich diese zu eigen zu machen, ihnen nachzustreben, und dabei unzählige bunte, dramatische, erfüllende oder auch zehrende Lebenserfahrungen zu kreieren. An dieser Fülle differenzierte sich die göttliche Quelle, erlangte immer größeres Bewußtsein über ihr vielfältiges Potenzial, das ihr entsprang, und in all den Wegen und Wandlungen auch immer ein Teil des Göttlichen blieb. Je länger diese Spielereien fortdauerten, sich weiter verzweigten und die unzähligen Höhen und Niederungen erforschten, geriet bei manchen Seelen in Vergessenheit, von wo sie ausgesandt waren und aus welchem Grund sie bestimmten Visionen, Traumbildern und Wunschvorstellungen folgten. Verbissen und kämpferisch wurden manche, andere selbstvergessen und träge. Auch damit waren sie innerhalb der Liebe der Quelle, denn es gibt nichts, was außerhalb davon ist. Auch damit fügten sie dem Göttlichen neue Ausprägungen hinzu. Und doch machte es mehr und mehr leidvoll, was anfangs ein kindliches Spiel voller Leichtigkeit und Neugier gewesen war. So wurde es Zeit für die göttliche Quelle, die Seelen wieder heimzurufen für eine große Bereinigung und Wiedervereinigung.
Frija Birkenherz