Geliebter
Mein Herz träumt einen andern Weg,
als mein Verstand mir weist, um mich zu schützen.
Und während ich voll Abwehr überleg’
füllt unbemerkt die Trauer mir mein Herz.
Der Wasserspiegel steigt. So schwer zu leben,
wenn man doch ständig gegen Strömung schwimmt.
Ich möchte Freude, möchte Liebe geben.
Doch hab’ ich mich von Menschen weit entfernt.
Ein Teil von mir, er will mir Schmerz ersparen,
und tötet gleichsam die Lebendigkeit.
Ich wähle Freiheit jetzt, trotz der Gefahren,
will wild und sanft mich zeigen, wie ich bin.
Den Fluß des Lebens durch mich fließen lassen
und die Gefühle auch mit Auf und Ab,
darin üb’ ich mich nun und kann kaum fassen,
wie reich das Dasein mir plötzlich erscheint.
Es braucht den Mut für jegliche Gezeiten,
die uns als Seele unser Menschsein bringt.
Ein starker Freund mag achtsam mich begleiten,
so wie ich ihn, und folg’ des Herzens Ruf.
Frija Birkenherz, 5.3.2026